Sorgerechtsverfahren

Die Zahl der Sorgerechtsverfahren vor deutschen Gerichten steigt steil an. In Zeiten, in denen alles auseinanderbricht, ist die Beziehung zum Kind das einzige, was ein Leben lang hält. Darum wird erbitterter gekämpft denn je - oft jahrelang. Für die Betroffen sollte klar sein, ein Sorgrechtsverfahren mit Anwälten und Gutachten kann sehr sehr teuer sein. Hierzu wird auf folgenden Bericht auf die Welt am Sonntag verwiesen.

Es auch ein Irrglaube zu denken, dass mit dem am 19.4.2013 ausgerufenen "Gesetz zur Reform der elterlichen Sorge" bei nicht miteinander verheirateter Eltern hier eine einfache Entscheidungsgrundlage an deutschen Familiengerichten vorliegt. Das ist leider ein Trugschluss, dem viele umgangsberechtigte Elternteile verfallen!! Der Haken liegt am mangelhaften Entscheidungskriterium:

"Entscheidungskriterien: Die Beteiligung am Sorgerecht kann dem Vater künftig nur noch dann verwehrt werden, wenn schwerwiegende Gründe dagegen sprechen. Entscheidend ist nach dem Gesetz allein das Kindeswohl und grundsätzlich wird zunächst davon ausgegangen, dass es dem Kindeswohl dient, wenn beide Eltern das Sorgerecht gemeinsam ausüben."

Vom Herzen wollen wahrscheinlich beide Elternteile beide nur das Beste für Ihr Kind, nur ob dies auch die Gerichte so sehen ist sehr fraglich. Auch seit 2013 werden immer noch Anträge auf gemeinsame Sorge an deutsche Familiengerichten abgelehnt, da die Eltern angeblich nicht miteinander reden können und man das Verhältnis zwischen beiden als hochstrittig und konfliktbehaftet ansieht. In den Augen von vielen Familiengerichten, ist dann die Grundlage eines gemeinsamen Sorgerechtes nicht gegeben!

Diese Tatsache man es einem alleine Sorgeberechtigten Elternteil leicht, den gemeinsamen Sorgerechtsantrag des ehemaligen Partners zu sabotieren. 

Wichtig ist daher für den Elternteil, der die gemeinsame Sorge möchte, sich nicht blind einem Anwalt zu vertrauen, sondern sich zuvor umfassend bei Interessengemeinschaften als auch dem Jugendämtern zu informieren, wie beide Eltern auch außergerichtlich eine Einigung erzielen könnten. Falls keine außergerichtlich Einigung möglich ist, sollte man sich im klaren sein, dass ein Gerichtsverfahren mit einem Gutachter schon mal ein Jahr dauern kann. Was das in der Zeit für Konsequenzen für beide Elternteile hat, wenn einer der beiden das Sorgerecht nicht teilen will, kann man nur schwer beschreiben. Teilweise liegen die Nerven blank und Kinder werden plötzlich als Waffe gegen den anderen eingesetzt. Gerade bei letzterem wäre es beiden Elternteilen zu wünschen, sich umfassend in einem "Kinder im Blick" Kurs zu erkundigen, wie sich ein Kind fühlt, wenn Eltern sich um dessen Liebe streiten. In einem solchen Kurs werden den Eltern u.a. vermittelt, wie eine wertschätzende Kommunikation zwischen beide Elternteilen vor dem Kind durchgeführt werden sollte. Das tunlichst die Manipulation eines Kindes vermieden werden sollte, denn es liebt beide Eltern und schlittert unweigerlich in einen Loyalitätskonflikt, wollen die Eltern seine Liebe durch klare "Statements"  einfordern!

Verfasser (HoJo 22.Oktober.2017)